Mein Alltag ist ihre Kindheit.

Datei 08.12.15, 02 44 20

Vor einigen Wochen habe ich ein meme geteilt, das ich sehr schön fand. Einfach nur schön. „Dein Alltag ist ihre Kindheit“.
Es gab dann ziemliche Bewegung online, viele teilten ihre Gedanken dazu. Und es gab ganz viele Gedanken – schlechtes Gewissen, sich schlecht fühlen, weil soviel Bewegung da ist jeden Tag mit den Kindern, soviel, wo die Kinder „mit“ oder „durch“ müssen. Soviel vermeintliche oder gefühlte Verpflichtungen, Termine, Hin- und Her-Rennereien. Gerade bei mehreren Kindern oder berufstätigen Eltern. Dann gab es jene, die gar nicht wollen, dass ihr Alltag die Kindheit ihrer Kinder bildet. Die gerne auch fernhalten wollen von dem, was sie als ihren Alltag wahrnehmen, aus dem Beruf, von dem, was sie so in der öffentlichen Wahrnehmung mitnehmen, das, was sich ihnen aus Gesellschaft und Politik ergibt. Und jene, die es als Druck empfanden, allein diesen Spruch und die Tatsache, dass Alltag ja immer auch das ist, was wir draus machen.

Jetzt kurz vor Weihnachten ist der Trubel in vielen Familien natürlich nicht kleiner geworden.

Mein Alltag ist ihre Kindheit.
Mein Alltag ist ihre Kindheit?
Mein Alltag ist ihre Kindheit!
Mein Alltag ist ihre Kindheit…

Ganz vieles muss man nicht haben, wie Gruppenveranstaltungen etc. Dann muss Mama auch nicht ständig das Taxi spielen, klar.

Vieles bleibt aber auch einfach nicht aus, gerade in einer etwas größeren Familie. Wäsche wäscht sich dank moderner Maschinen weitestgehend von selbst, Essenszubereitung ist aber trotzdem irgendwie angesagt 😉

Ich habe diesen Spruch dennoch als einfach erleichternd empfunden und empfinde es noch so.
Niemand muss die große Entertainment-Show schaffen. Es geht nicht um etwas „Besonderes“, dass wir täglich unseren Kindern bieten müssten.

Nein, unser Alltag ist ihre Kindheit. Ganz einfach. Wie auch immer der stattfindet – die Kinder helfen meist gerne beim Kochen oder beim Schnippeln. Sie machen gerne unsere Alltagswege mit uns – beim Einkaufen oder beim Spaziergang in den Wald.
Meist braucht es gar nicht mehr.

Ob der Rest dann uns gefällt, ist wiederum eine andere Frage und vermutlich der Auslöser für manche Unzufriedenheit an diesem Punkt. Da können wir auch wieder mit der Zeit Einfluß drauf ausüben und etwas ändern. Aber für unsere Kinder braucht es meist nicht mehr.

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke Lena für diesen Artikel.

    Auch mir ging es nach dem Satz erstmal „uff“ … „schluck“ … ist es falsch, dass ich den Wunsch habe zu arbeiten, aber mangels einer Großfamilie oder mangels eines flexibel arbeitenden Mannes familienergänzende Betreuung in Anspruch nehmen muss? Ist es falsch, dass ich nach der Kündigung unserer herzensguten Tagesmama nun eine Einrichtung mit deutlich schlechterem Betreuungsschlüssel in Anspruch nehme?

    ….dann wurde er krank. Nicht schlimm. Aber halt ansteckend. Am 3. Tag schaute er mich an und fragte „Kinde?“

    Ja – es ist mein Alltag, der seine Kindheit prägt. Aber er erlebt auch eine Mama die voller Freude ist, weil sie Menschen helfen darf, weil sie ihre Steps geht, wo sie das Bedürfnis hat.

    Seine Kindheit ist mein Alltag. Unser Leben ist unser Alltag.

    Und trotzdem hat es mich nochmal mehr in den Moment geholt.

    Es ist nicht notwendig, dass ich mit 10 Freundinnen am Handy daddel, während wir kuscheln … aber genauso genießen wir es beide, wenn wir grad ausgiebig kuscheln und er auffordernd sagt „Lese“. Denn dann weiß er, dass ich keine Hummeln im Hintern bekomme 😉

    Wir gestalten unser Leben. Wir Erwachsenen haben es in der Hand. Und oft hilft es schon ein wenig Zeit zu verlieren um dann wieder Zeit zu gewinnen. Nehmen wir uns davon ein wenig mehr und atmen einmal mehr gut durch.

    Eine schöne Vorweihnachtszeit <3
    ~Tabea

    1. Ja, Tabea – egal, ob mit oder ohne Betreuung, Arbeit etc. Ohne Betreuung ist es das Gleiche – ich muss dem Kind einfach nicht ein Riesen-Frühförderprogramm oder sonstiges gestalten.
      Die Kinder sind mit viel viel weniger glücklich und zufrieden als wir oft meinen. Wieviel „Quality time“ es tatsächlich braucht, hängt sicher auch mit der effektiven Zeit ab, die man miteinander verbringt. Was uns immer mal zum Reflektieren bringt, ist ja gut – und zum (ausreichend) „gute Mutter sein“ braucht es weniger, oder anderes, als wir oft meinen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*