Windelfrei mit Hindernissen – nach 22 Monaten bei Kind 3.0 – Mission completed

Vor 5 Wochen saß ich mit meinen Kolleginnen der ersten Stunde zusammen im Rezertifzierungskurs zum Windelfrei-Coach bei der lieben Julia Dibbern. Diejenigen, die selbst noch Babys oder kleine Kinder hatten, berichteten, wie es bei ihnen läuft oder lief, so auch ich.

Unser Sohn, drittes Kind, hatte in seinem kurzen Leben quasi als Konstanz die Veränderung erlebt. In seinem ersten Lebensjahr waren wir die meiste Zeit unterwegs. Die weite Strecke mit dem Auto zur freien Schule der Großen, die zwei Wochen vor Sohns Geburt begonnen hatte, mehrere Wochen in einer Kurklinik, Reisen. Danach Langzeitreisen mit Wohnen auf 11 qm Wohnmobil – inclusive Fahrerkabine, zu fünft, in verschiedenen Ländern Europas, manchmal täglich an anderen Orten, oder halt eben täglich mehrere Stunden fahren, sehr oft keine Möglichkeit zu waschen oder auch teilweise nur etwas nach draußen zu stellen.
Wir machten, was wir schon bei unseren beiden Töchtern gemacht hatten, auch bei ihm: wir hielten ab von Geburt an, wir wickelten mit Stoff, wir wickelten auch mal mit Wegwerfwindeln. Gerade, wie es möglich war und am besten passte, klar, wir wollen ja familienleicht leben 😉 Und das bedeutete in diesem Fall halt eben, dass wir in unserem wuseligen Alltag mit drei Kindern und den ganzen Veränderungen auch einen etwas stürmischeren Babymoon hatten und nicht so gut beobachten konnten am Anfang. Allerdings konnten seine großen Schwestern uns teilweise auch schon ganz gut darauf aufmerksam machen, wenn der kleine Bruder mal mußte 😉

Wir probierten aus beim Abhalten: Töpfchen, Asiatopf, Rührschüssel, Toilette, Waschbecken, in den Büschen – und auf Reisen ganz viel Natur, logo. Da lernten wir dann auch weitere Windelnachteile kennen: durch Sand in der Schwimmwindel bei hochsommerlicher Hitze in Südeuropa bekam er eine ziemliche Entzündung mit Fieber :-(

Eine Phase ist eine Phase ist eine Phase – achtsam bleiben

Die Hauptsache: wir waren achtsam. Wir blieben in Kommunikation mit unserem Sohn. Wir erzählten ihm, was wir machten und vorhatten, ob er Windeln oder BackUps anziehen sollte. Wann immer möglich, wenn er signalisierte, reagierten wir auf seine Zeichen. Wir akzeptierten, wenn er nicht signalisierte – klar, Veränderung ist nicht gerade der beste Freund von Windelfrei für ein Baby oder Kleinkind, oft kommt es da zu Pausen oder Streiks. Wir fragten ihn, was er mag.
Ein Kleinkind fragen? Ein Baby? Ja – sie sagen nicht unbedingt in Worten „Mama, nein, ich möchte die Windel erst in 5 Minuten wechseln, nicht jetzt.“ , aber sie signalisieren das vielleicht, sie melden sich, sie zeigen ihren Unmut – je besser Du Dein Kind beobachtest, umso besser verstehst Du es auch 🙂 Und grundsätzlich sind da z.B. auch Babyzeichen eine superhilfreiche Idee, einfach schon um „Pipi“ und „Kacka“ sehr früh anzuzeigen.

Nun, die letzten Wochen vor dem Kurs, klebte mein Kind geradezu an seiner Windel. Nicht nur, dass er nahezu immer eine tragen wollte, er wollte die Benutzte oft auch kaum mehr wieder ausziehen. Selbst mit großem Geschäft drin. Das kannte ich so nicht und das war auch für mich mit meinem Wissen als Dreifachmama und Windelfrei-Coach nicht immer so ganz leicht auszuhalten 😉 Es war Juni, also auch nicht gerade allzu kühle Temperaturen. Kopfkino: oh je, kann ich das lassen, wird er nicht ganz wund? Aber eigentlich weiß ich ja, dass er schon ein entsprechendes Körpergefühl hat, also vertraue ich ihm und mir. Ich fragte ihn halt immer wieder, ob wir die Windel jetzt ausziehen wollen oder bot ihm eine frische an. Meist so beim 3. oder 4. Mal willigte er ein. Wirklich einen roten Po davon hatte er übrigens nur einmal in dieser Zeit, er spürte also gut, wie lange er die Windel an sich „vertrug“.

Diese Phase ging über ein paar Wochen. Wenige Tage nach unserem Rezertifizierungskurs, bei dem ich darüber gesprochen hatte, war sie vorbei. Abgelöst wurde sie auf den Tag genau von einer Sprachexplosion, täglich kommen gerade viele Worte hinzu, es werden jetzt außerdem längere Mehrwortsätze gebildet, auch das ist neu. Stimmt ja, da war ja was, noch ein häufiger Grund für Pausen: Entwicklungsschübe. Und außerdem: „keine Windel anziehn!“ (Windel war alles, auch BackUps), auch in der Nacht. Wie bei den Mädchen auch, von einem Tag auf den anderen, und von da an unfallfrei. Stimmt nicht ganz, diese Woche hatten gab es 2x morgens ca. um 9 Uhr Pipi im Bett: Sohnemann war schon länger wach, hatte auch schon gestillt, und ich war noch sehr müde; es war schlicht und ergreifend keiner von uns rechtzeitig mit ihm aufgestanden und Töpfchen stand auch keins am Bett… logo, merke, selbst schuld.

Töpfchen und Toilettensitz

Tagsüber benutzt er Töpfchen (da haben wir eine ganze Batterie, demnächst der „Töpfchen-Test“) und seit neustem auch die Toilette mit so einem Sitz, den wir schon seit Kind 1 in bewährtem Gebrauch haben: Funny Toilettentrainer Kiddyloo blau/grün *

Familienleicht Toilettensitz
Einziger Nachteil: er ist relativ groß und braucht Platz neben der Toilette, um ihn mal abzustellen.

Sohn hat ihn wie gesagt vergleichsweise spät benutzt, aber das Schöne an diesem Sitz ist, dass auch ein Einjähriges da nicht „durchrutscht“, sondern bequem sitzen kann, und das halt eben auch schon Kleine selbständig hochklettern können. Mit Ikeahockerchen schafft Sohn das nämlich jetzt erst gerade so. Ansonsten finde ich diese Sitze eine tolle Alternative, wie sie gute Freunde von uns haben (sodass wir auch ausgiebig testen konnten *g*), und die haben sich auch bei windelfrei bewährt: Cornat KSFAMC00 WC-Sitz Family Comfort mit 3-fach Absenkautomatik, weiß *

Nun ist Hochsommer, da läuft er natürlich auch viel nackig oder unten ohne herum in Haus und Garten, da ist es natürlich mit der Toilettenverrichtung ohnehin einfach, aber auch unterwegs passieren auch in Auto, Trage und Co eigentlich keine Unfälle und er kündigt wieder an „Pipi!“, „Kacki!“ und normalerweise klappt das auch mit Hose ausziehen dann gut. Da ist es höchstens im Riesentrubel zuhause mal so, dass er es im Spiel und in Action vergisst, wir es dann nicht rechtzeitig zur Toilette schaffen und es dann heisst „Pipi pommen!“ – da kommt dann das alte Windelfrei-Mantra „wischen, waschen, lächeln“ zum Tragen 😉

Was sich ziemlich von Anfang an bewährt hat, sind die Frottee-Unterhöschen in kleinen Größen, die es öfter bei dm gibt ab Gr. 56. Teilweise sind sie wohl eher dazu gedacht, über eine Windel gezogen zu werden, jedenfalls passt unserem Sohn eigentlich noch die Gr. 68. Da scheiterts es höchstens mal am Beinbündchen auf Speckbeinchen, auf jeden Fall geht aber 74. (Er kommt größenmäßig nach dem Papa und trägt ansonsten eher auf jeden Fall mindestens 80/86, teilweise 86/92). Bei einem kleinen Baby kann man aber dadurch halt eben gut auch ein kleines BackUp hineinlegen. Einigermaßen größengerecht fallen diese aus: Sanetta 307300 - Windelslip, Basic Collection, Organic Cotton, Gre 62/ 68 weiss (white)
Lieber habe ich ja bei so Kleinen komplett bio, gerne Wolle/Seide, da habe ich von Cosilana so kleine Unterhöschen (ich glaube aber, die sind so klein, weil sie etwas eingegangen sind, oder zumindest die Slips passen halt bei Speckbeinchen schon etwas eher, zu kaufen sind sie wohl ab 86/92, was ich so finde), in etwas größer dann von hess natur. Später dann auch Trainerhöschen, z.B. die von Storchenkinder: Storchenkinder Wollebi. Die gibt es jetzt auch in kleiner, super !
Weiteres bewährtes Zubehör stelle ich Euch ebenfalls bald vor.

„Ausscheidungskommunikation“ – Kommunikation ist alles

Hier beim Sohn trifft es also der Begriff „Elimination Communication“, Ausscheidungskommunikation, besser noch als das reine Windelfrei. Wir haben es so als sehr alltagstauglich erlebt; ich kenne allerdings auch aus meinen Beratungen teilweise Familien, die wirklich nahezu komplett windellos ausgekommen sind.
Das kommt immer sehr auf die Familie und die Rahmenbedingungen insgesamt an. Stressen soll es ja nicht, und jede gesparte Windel ist eine gute Windel 😉 Mit Stoffwindeln oder Back-Up-Einlagen spürt ein Kind die Nässe, die bei der Wegwerfwindel vom Superabsorber quasi völlig abgenommen wird. Im Wechsel erkennt das Kind das allerdings auch meiner Erfahrung nach; die sind ja nicht doof 😉

Unsere Trockenwerde-Zeiten also (heißt: nachts auf eigene Ansage jegliches Back-Up weggelassen und kommt komplett unfallfrei durch die Nacht, tagsüber wird eigenständig Töpfchen oder Toilette benutzt, auch längere Autofahrten sind kein Problem, „ich muß auf’s Klo“ kann verbal oder nonverbal ausreichend vorher angekündigt werden, wenn unterwegs oder schlafend):

Kind 3 : mit 22 Monaten
Kind 2: mit 26 Monaten
Kind 1: mit 18 Monaten

Wie das bei den anderen beiden lief, berichte ich Euch in einem weiteren Beitrag demnächst.

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