Mütter im Business – Stories und Motivationen – mit Silvia Streifel

 

Hallo und herzlich willkommen zu unserer Reihe „Mütter im Business“. Heute habe ich die Silvia Streifel zu Gast – Silvia, ich freue mich sehr, dass du da bist und dass wir uns endlich mal wiedersehen!

Ja, ich freue mich auch, dass ich eingeladen bin und hier sein darf.

Silvia, stellst du dich unseren Zuschauern mal vor? Wer bist du und was machst du so?

Ja, das mache ich gerne. Ich bin Silvia und ich lebe mit meinem Mann, 3 Kindern und Hund in einem kleinen mittelfränkischen Dorf und ich bin Kommunikationstrainerin für Mütter. Als ich selber Mutter wurde, habe ich gemerkt, dass die Kommunikation mit Kindern einfach nochmal sehr viel mehr in die Tiefe geht als zum Beispiel bei Firmen – vorher war ich bei Firmen tätig. Dann habe ich mich noch weitergebildet und habe dann meinen Themenschwerpunkt eben auf Mütterthemen gelegt und das mache ich jetzt auch schon seit 6-7 Jahren, spezialisiert auf Mütter. Und ich merke, dass es immer eine Herausforderung bleiben wird, denn die Kinder sind einfach so feinfühlig, dass sie uns nichts durchgehen lassen.

Ja, das ist sehr spannend und ich denke, da werden auch viele aufhorchen, denn bei der  Kommunikation mit Kindern und der Feinfühligkeit, da muss man doch noch sehr viel genauer sein, oder?

Ja, und sich selber vor allem auch viel genauer kennen, weil im Businessalltag, da ist es doch leichter mal möglich, von außen etwas aufzusetzen und trotzdem dann gute Ergebnisse damit zu erzielen,  und bei Kindern funktioniert das nur sehr bedingt. Sie merken einfach sofort, wenn wir nicht voll bei der Sache sind und deswegen ist es sehr viel schwieriger.

Ja, absolut. Du hast gesagt, seit du selber Mutter bist – wie alt sind denn deine 3 Kinder?

Unsere Größte wird jetzt 9 am Mittwoch, der Mittlere ist jetzt 6 und der Kleine wird jetzt 17 Monate.

Warst du denn schon, bevor du Kinder bekommen hast, selbständig?

Ja, es sind jetzt über 12 Jahre, seit ich selbständig bin. Ich war nur sehr kurze Zeit in meinem Leben angestellt, das war ein Jahr an der Uni und vor dem Studium auch ein knappes Jahr, wo ich gejobbt habe. Ansonsten bin ich fast mein gesamtes Berufsleben über selbständig.

 

Veränderung der selbständigen Tätigkeit durch die Kinder

 

Wie hat sich deine Selbständigkeit verändert mit den Kindern? Gab es da auch Unterschiede je nach der Anzahl der Kinder und deren Alter? Du hast schon gesagt, du hast die Zielgruppe, also die Menschen, mit denen du arbeitest, verändert.

Also es war so, als unsere älteste Tochter geboren wurde, da war ich als Selbständige hauptsächlich für einen großen Kunden tätig und hatte da so meine laufenden Seminare, was wunderbar funktioniert hat, wo ich auch nicht mehr viel vorbereiten musste, was praktisch so ein Selbstläufer war. Und da habe ich die Kleine dann mit ein paar Monaten schon mit Oma und Opa oder Papa jeweils mit ins Hotel genommen und sie dann im Seminarhaus gestillt und habe sie natürlich auch in meinem Bett gehabt, das hat wunderbar funktioniert. Und dann ist auf Grund von Umstrukturierungsmaßnahmen in diesem Unternehmen der große Kunde weggefallen. Da habe ich gemerkt, dass diese Akquise nicht für mich möglich war mit kleinem Kind. Ich habe gemerkt, dass ich zwar durchaus phasenweise Seminare machen kann, aber war dann auch immer wieder froh, 1 oder 2 Monate dann nur für meine Tochter da sein zu können. Doch dieses intensive Sich-drauf-Einlassen, diese Akquise, das hat für mich nicht funktioniert mit kleinem Kind zuhause und dann hat es sich ergeben, dass ich kleine Workshops für Mütter damals noch bei uns zuhause im Wohnzimmer gegeben habe. Eher mit befreundeten Müttern, und ich hatte zum Glück auch nie den Druck, Geld verdienen zu müssen, weil mein Mann voll erwerbstätig ist und die Familie ganz gut ernährt. Dann hat es sich so nach und nach über einen Blog zur Online-Selbständigkeit verändert. Ich habe gemerkt, dass ich einfach mit Kindern nicht mit Firmen arbeiten will, weil es mir dann auch irgendwie gegen den Strich gegangen ist.

Das heißt, das hat sich so ergeben sowohl durch die Umstände, die dann nicht mehr so recht stimmig waren oder nicht mehr so recht gepasst haben, als auch dadurch, dass du selber gemerkt hast, du möchtest eine Veränderung?

Erstes eigenes E-Book – der Einstieg ins Online-Business

Dass ich tatsächlich so richtig ins Online-Business reingerutscht bin, das war eigentlich eher ein Zufall. Vor 5 Jahren ungefähr hatte ich noch nicht mal ein Smartphone, war nicht bei Facebook, war technisch wirklich überhaupt nicht affin. Und dann habe ich meinen ersten Kindle zum Geburtstag geschenkt bekommen – ein Kindle Fire, mit dem ich auch ins Internet konnte. Und dann, über ein kostenloses E-Book, habe ich erstmal erfahren, dass es sowas wie Internet-Marketing und Online-Business überhaupt gibt. Der Gedanke hat mir ganz gut gefallen, ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben. Und dann habe ich mir gedacht, das ist doch jetzt eine ganz gute Gelegenheit. Zu dem Zeitpunkt war Felix so 1,5 oder 2 Jahre alt ungefähr, die Große schon im Kindergarten, der Kleine bei mir zuhause, und dann habe ich angefangen, ein E-Book zu schreiben. Etwas über ein Thema zu schreiben, was mir ganz am Herzen liegt und was mir leicht von der Hand geht, das war mir möglich. Diese ganze Geschichte mit Verlag drumherum hätte ich nicht geschafft mit Kindern, da wäre mir meine Zeit zu schade gewesen. Als ich aber erfahren habe, dass ich einfach ein Buch schreiben und es bei Amazon hochladen kann, da habe ich mir gedacht, das probiere ich jetzt aus. Und innerhalb von einem knappen Jahr habe ich dieses Buch fertiggestellt, 70 Seiten, eher ein kleines Büchlein, und habe dann erlebt, es funktioniert! Das Buch hat sich sehr gut verkauft, und obwohl ich es ganz billig angeboten habe, hatte ich dadurch bestimmt über 2 Jahre hinweg ein regelmäßiges Einkommen und es kam einfach monatlich Geld auf mein Konto. Das war für mich so ein schönes Erlebnis, dass ich für meine Kinder da sein konnte und gleichzeitig meine Fähigkeiten und mein Wissen wertgeschätzt wurden durch diese regelmäßigen Einkünfte. Und dann habe ich auch gemerkt, wie schön es ist, so viele Menschen zu erreichen, was ja offline überhaupt nicht möglich ist – gerade hier auf dem Land, wo wir wohnen, ist es ganz schwierig, überhaupt mal einen Raum mit 10 Frauen voll zu bekommen. Und da habe ich dann Monat für Monat hunderte von Frauen erreicht, die mein Buch gelesen haben. Das wollte ich weitermachen und so ist es dann zu meinem Blog gekommen.

Ja, das ist spannend, denn online ist es ja so, dass das Thema, was du anbietest, ja auch gesucht werden kann, das heißt, Leute finden dich gezielt und du musst nicht dort, wo du wohnst, Menschen davon überzeugen, dass das, was du tust, ihnen nützen wird. Gleichzeitig ist das, was du mit dem E-Book beschreibst, ja schon das berühmte passive Einkommen – man tut zwar etwas dafür, jedoch eben zeitversetzt: die Zeit, in der du das Buch geschrieben hast, ja, aber dann, wenn das Einkommen fließt, brauchst du nicht mehr so viel dafür tun. Und der andere wichtige Punkt ist ja, viele Menschen zu erreichen. Mittlerweile bietest du ja auch Kurse und weitere Dinge an – das heißt, dein Business hat sich auch verändert in den Jahren der Online-Selbständigkeit, richtig?

Ja, auf jeden Fall. Das Buch habe ich jetzt mittlerweile rausgenommen bei Amazon, weil ich gar nicht mehr so genau wusste, was drinsteht und dann habe ich mir gedacht, ich möchte es erstmal selber nochmal lesen und überarbeiten, bevor ich es wieder veröffentliche. Vorletztes Jahr habe ich meinen ersten kostenfreien Onlinekurs angeboten, weil mir bei dem E-Book doch etwas die Interaktion mit anderen Menschen gefehlt hat. Ich wollte doch den Seminarcharakter wieder für mich haben und habe dann erstmal eine kostenfreie 5-Tage-Challenge gemacht mit einem riesigen Erfolg und viel Spaß. Das war für mich während der Schwangerschaft mit 2 etwas älteren Kindern so schön möglich, das zu machen, weil ich dabei nicht 4 Stunden am Tag irgendwo sitzen muss, sondern ich kann das sehr gut in meinen Alltag einflechten. Und dadurch, dass mir der Kurs so viel Spaß gemacht hat und so gut ankam, hat sich dann auch mein großes Online-Programm entwickelt und mittlerweile auch noch 2 kleine Selbstlernkurse und so hat sich das jetzt dahin entwickelt, wo ich im Moment damit stehe.


Arbeiten, wenn Zeit dafür ist, im eigenen Rhythmus

Ich finde, das zeigt sehr schön, wie es so im eigenen Tempo wachsen, sich entwickeln und anpassen  darf. Du hast festgestellt, das E-Book passt jetzt nicht mehr so, hast es runtergenommen. Außerdem arbeitest du als Mutter an deinen Sachen dann, wenn du Zeit hast und die Möglichkeit hast. Und das ist dann zyklisch mal mehr, mal weniger. Ich glaube, das ist auch das, was heute die Möglichkeiten für Mütter von dem unterscheidet, was viele allgemein so über Selbständigkeit im Kopf haben. Dieses „Selbst & Ständig“ arbeiten, das höre ich bei dir jetzt nicht so raus.

Nee. Besonders, seitdem unser 3. Kind jetzt in unser Leben getreten ist, habe ich wirklich meine Arbeitszeit auf ein Minimum reduziert, schon allein deshalb, weil ich einfach die Zeit nicht habe. Ich arbeite eben, wenn er mittags mal schläft. 1x in der Woche ist meine Schwiegermutter dann da, da kann ich dann etwas mehr machen, und sonst läuft es eher so ab, dass ich sehr viel Zeit zum Reflektieren und Nachdenken habe –  die beste Ideen kommen bei mir dann, wenn ich mit meinem Kleinen herumliege und ihn stille oder wenn ich ihn ins Bett bringe, ihn zum Mittagsschlafen hinlege – und das finde ich auch so wunderbar, dass da nicht diese klare Trennung ist zwischen den Zeiten, zu denen man ins Büro gehen muss und danach für die Familie da sein muss, sondern ich kann eben die Zeiten, wo ich ihm nur beim Spielen zuschaue, nutzen, dass einfach nur mein Geist arbeiten darf und danach geht es dann so leicht – wenn ich mich dann an den Schreibtisch setze, dann fließen die Ideen aufs Papier oder eben in den Computer rein und es geht schneller. Und das finde ich das Schöne, dass ich quasi ständig arbeiten kann, aber einfach nicht so feste Zeiten habe. Das ist für mich ganz wunderbar.


Silvias Herausforderungen in ihrer Selbständigkeit als Mutter

Jetzt haben wir viel über die Vorteile und über die Möglichkeiten gesprochen – was siehst du so an Herausforderungen oder auch Schwierigkeiten in der Selbständigkeit für Eltern, speziell für Mütter? Oder hast du da speziell Sachen erlebt, die nicht so einfach waren?

Ja, es gibt natürlich genauso wie die Vorteile auch Herausforderungen. Zum Beispiel, dass ich ja gerade mit dem Smartphone permanent arbeiten kann. Und da ist es für mich ganz wichtig, dass ich da ganz konsequent drauf achte, dass ich eben nicht, wenn ich mit meinem Kleinen spiele, nebenher noch ständig Facebook gucke und Sachen beantworte, sondern dass ich das ganz klar trenne. Und das gelingt mir mal besser und mal weniger gut, und ich merke, dass meine volle Energie wirklich nur dann da ist, wenn es mir gut gelingt, bewusst diese Offline-Zeiten einzuhalten und auch nicht jeden Abend dann dazusitzen und noch was zu machen, sondern das klar zu trennen.  Das ist eine der größten Herausforderungen. Was ich für mich auch immer noch merke, eben nicht diese 4 Stunden ins Büro zu müssen, ist gleichzeitig auch wieder die Herausforderung, denn es fällt mir manchmal immer noch schwer, mir ganz konsequent meine Zeiten einzufordern, in denen ich mal konzentriert arbeiten kann. Es ist zum einen, denke ich, allgemein ein Problem für die Selbständigkeit, weil wir ja eben arbeiten können, wann wir wollen – ob jetzt morgens 2 Stunden oder nachmittags 2 Stunden, ist im Prinzip egal, und dann fällt es oft hinten runter – doch es ist auch im Speziellen ein Problem der Online-Tätigkeit, merke ich für mich, weil weder mein Mann noch meine Schwiegermutter, die die anderen Hauptbezugspersonen für die Kinder sind, sich etwas darunter vorstellen können. Immer noch nicht – auch, wenn ich ganz viel davon erzähle und sie natürlich auch immer wieder reingucken – sie können das nicht greifen, besonders auch, weil der Geldfluss meistens zu einem anderen Zeitpunkt ist, als die Arbeitszeit. Ich mache ja ganz viel Arbeit, für die ich nicht direkt etwas bekomme. Die ganzen kostenlosen Angebote, die Blogbeiträge, das sind alles Sachen, die ganz wichtig sind für meine Arbeit. Sowohl dafür, dass ich mich damit wohlfühle, als auch dafür, dass ich später natürlich damit Geld verdienen kann, und das Geld kommt dann ganz wann anders rein. Und deswegen ist es ganz schwierig für mich, immer wieder die Notwendigkeit zu vermitteln, dass ich jetzt die Zeit für mich und für meine Arbeit brauche. Das ist für mich noch eine große Herausforderung, und dann auch den Fokus zu halten. Es gibt einfach so viele tausend Möglichkeiten, und  da klar bei dem zu bleiben, mit dem ich dann tatsächlich auch meinen Kundinnen und meinen Lesern und Followern den Mehrwert bringe, anstatt die Website zu verschönern und meine Facebook-Posts zu optimieren, was ich immer noch machen kann. Den Fokus darauf zu halten, was wirklich Nutzen bringt, das ist ganz schön schwierig. Da habe ich aber zum Glück mittlerweile so ein Stadium erreicht, wo ich sage, ich habe die Basis gut gelegt und kann mich auf ganz spezielle Dinge konzentrieren.

Ja, das ist natürlich mit der begrenzten Zeit so, dass wenn der Fokus verloren geht, dann wird es umso knapper, dass wir dann frustriert sind, weil die Zeit schon wieder rum ist und wir Dinge gemacht haben, die vielleicht gerade nicht so wichtig sind.  Das sind zum einen der Fokus und zum anderen die Achtsamkeit und das Bewusstsein dafür, in welchen Zeiten und Momenten man arbeitet, wann man online ist, wann man absichtlich und ganz gezielt offline ist – da muss man sich auch gut selbst kennenlernen.

Sollte man sich Unterstützung holen?

Hast du Unterstützung außer deinem Mann und deiner Schwiegermama?

Es gibt ein Nachbarsmädchen hier aus dem Dorf, die 1x die Woche für 2 oder 3 Stunden kommt und Anfang nächsten Jahres werde ich wahrscheinlich eine Tagesmutter haben, die fast schon zur Familie gehört, und das werde ich dann mit dem Kleinen probieren. Mit den ersten beiden hätte ich mir das noch nicht so vorstellen können, aber das probieren wir jetzt einfach mal aus. Ansonsten habe ich eben meinen Mann und meine Schwiegermama, und das funktioniert recht gut.

Ja, das bedeutet auch, sich letztendlich ein Netzwerk und eine Unterstützung aufzubauen – würdest du das auch als wichtig bewerten?

Also, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ohne gehen würde. Ich habe diesen kinderfreien halben Tag und ohne den könnte ich es mir auf Dauer nicht vorstellen. Die Schlafenszeiten vom Kleinen sind so, dass ich immer so mit einem Ohr bei ihm bin und jederzeit kann es sein, dass er aufwacht und dass die Zeit zuende ist. Und da wird die Konzentration nicht so tief, als wenn ich einfach weiß, jetzt ist er 2 oder 3 Stunden bei Oma oder mit dem Papa unterwegs. Und ich persönlich bin jemand, ich kann auch abends nicht so besonders gut arbeiten, weil da nicht mehr genug Energie übrig ist. Deswegen wäre es für mich ohne meine geliebte Schwiegermama gar nicht gehen.

Vielen Dank für diese Einblicke.

Ihr findet mich auf: silvia-streifel.de – ich freue mich, wenn ihr bei mir reinschaut

 

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