Mama-Business-Themenwoche Tag 2 – Deine Zeitgestaltung

Wichtig sind außerdem all die „weichen Faktoren“ rundherum. Sei mit Dir selbst bedürfnisorientiert. Als Mama bist Du ohnehin die „Engstelle“ in der Familie. Vielleicht gilt nicht immer, dass es den Kindern gut geht, wenn es der Mama gut geht, aber umgekehrt bestimmt: wenn es der Mama nicht gut geht, kann es auch den Kindern im Familiensystem nicht wirklich gut gehen.

Oft haben gerade Mütter das Gefühl, sehr langsam voranzukommen bei ihrem  Businessaufbau. Sie vergleichen sich mit all jenen, deren Erfolgsberichte sie im Internet lesen und gehen von Kursangeboten wie „Dein Businessaufbau in 8 Wochen“ aus. Die Sache ist die: diejenigen, die so etwas schreiben oder anbieten, haben meist ca 60 Std. die Woche in ihren Businessaufbau und ihr Business gesteckt oder tun es noch. Als Mutter oder als Vater, die/der das Ganze neben der Familie und vielleicht noch einem Angestelltenjob macht, sieht Deine Zeitplanung jedoch etwas anders aus.

Wenn Du somit vielleicht 10 Stunden in der Woche in Dein Business steckst, geht alles natürlich etwas langsamer. Viele vergessen, dass sie die übrige Zeit ja nicht Däumchen drehen, sondern mit Familie und ggf. Beruf durchaus auch noch einen „Job zu tun“ haben und sich quasi erst nach ihrem Tagwerk an die Planung oder Umsetzung ihrer Businessvorhaben begeben.

Es ist ein häufiger Rechenfehler: du arbeitest nicht nur 5, 10, x Stunden und liegst den Rest auf der faulen Haut– deine Zeit verteilt sich durch Familie auch (100%)

Das mag sich manchmal anfühlen, als wärst Du mit dem Tempo einer Schnecke unterwegs – aber dann denke dran, Schnecken kommen auch ans Ziel 😉 Vielleicht etwas langsamer. Aber sie kommen an. Es ist wichtig, dass Du los gehst Wenn Du nicht startest, kommst Du auch nie an. Das ist so einfach, sagen wir oft, dennoch dürfen wir es uns manchmal wieder neu bewusst machen.

Oder wie Beppo, der Straßenkehrer bei Momo, die Straße schafft: Schritt für Schritt für Schritt….

Insgesamt gilt: ein Business aufbauen und zu einer tragfähigen, nachhaltigen Selbständigkeit gestalten ist, wie ich bereits an andere Stelle sagte, ein Marathon, kein Sprint. Das gilt für jeden, nicht nur für Mütter, und für jede Selbständigkeit – und somit auch für das Online-Business, auch wenn da Anzeigen und Bildchen á la „In 30 Tagen 30.000 EUR“ manchmal die Sicht zu vernebeln drohen, da die Vorarbeit für die 30.000 EUR meist nicht mit eingerechnet wird bei solch markigen Sprüchen.

Nun geht es daran, ganz praktisch zu schauen, wie kann das denn für Dich gehen, ohne dass Deine Familie oder Du selbst „unter die Räder“ kommen? Welche Ressourcen hast Du oder kannst Du mobilisieren ?

Zuerst überlege Dir: wann kannst Du arbeiten? Wo sind vielleicht schon Zeitfenster, die Du z.B. durch Kindergarten, Oma-Nachmittag oder Partner-Anwesenheit hast ? Zu welchen  Zeiten kannst Du gut arbeiten, wenn die Zeitfenster nicht so üppig aussehen – bist Du Eule oder Lerche, also stehst Du lieber früher auf oder gehst Du eher spät ins Bett ? Nimm Rücksicht auf Deinen Biorhythmus. Wenn (falls J) die süßen Kindelein schlafen, ist manchmal ja auch ein Stündchen drin.

Aber denke auch an Schlaf, gesunde Ernährung und Co – wichtig ist, dass Du fit bist und bleibst, denn Du bist ohnehin der Dreh- und Angelpunkt der Familie; wenn es Dir nicht gut geht, ist das auch nicht förderlich für Deine Familie (im besten Fall….). Und wenn Du am Limit gehst, wird es auch mit Deinem Business-Projekt schwierig.

Der Spruch „Schlafe dann, wenn das Baby (respektive Kind/er) schläft“ hat durchaus auch seine Berechtigung, lass Dir das von einer dreifachen Mama sagen 😉

Allerdings ist es natürlich auch so, dass  so ein Business-Projekt auch beflügeln kann und Kraft gibt. Fühle in Dich rein und sei achtsam mit Dir, was gerade geht und was nicht. So einfach wie wichtig: auch schlicht je nach Tagesform ! Was heute zäh ist, klappt morgen vielleicht gut. Einer der großen Vorteile der Online-Selbständigkeit ist, das Du darauf Rücksicht nehmen und dies nach Deinem Wohlbefinden gestalten kannst.

Dann schau, was Du an zeitlichen und unterstützenden Ressourcen organisieren kannst:

  • Wo können Großeltern, Nachbarn, Freunde einspringen oder im Idealfall verlässlich regelmäßig zur Verfügung stehen ?
  • Welche sonstigen Möglichkeiten der Kinderbetreuung fallen Dir ein? Denke hier wirklich „outside the box“ der üblichen Standards wie KiTa, KiGa, Krippe und Tagesmutter.
  • Kannst Du ein Mütterteam mit anderen Mamas bilden, indem Ihr Euch rotierend bei einer Mama trefft? Jeweils ein oder zwei sind für die Kinder da, die übrigen arbeiten – ebenfalls rotierend. Die Kinder fassen in so kleinem Kreis erfahrungsgemäß schnell Vertrauen und sind oft mal eine Stunde oder mehr im Spiel, ehe sie dann mal wieder 5 Minuten Mama tanken.
  • Eltern-Kind-Büros nach Art des Rockzipfel funktionieren nach ähnlichem Prinzip wie die Mütterteams, nur in externen Räumen und oft mit mehr Leuten. Vorteil ist immer, es braucht keine Auflagen, die zu erfüllen sind und es ist daher schnell umsetzbar (ich habe dazu hier etwas geschrieben und auch vor ca. 3 Jahren eine eigene Facebook-Gruppe zur Vernetzung und Findung von Mütterteams gegründet: Arbeiten mit Kind Teil 1, Arbeiten mit Kind Teil 2)
  • Eltern-Kind-Büros im Sinne von Coworking Spaces mit Kind mit professioneller Kinderbetreuung.
  • Wo könnt Ihr Euch als Elternteam den Haushalt erleichtern? Geräte und Tools, die Arbeit abnehmen, erleichtern oder ggf. ein anti-zyklisches Tun ermöglichen wie Slowcooker, Dörrer oder… Sauerteig 🙂 oder Lieferdienste oder eine Haushaltshilfe. Stichwort „good enough mother“
  • Das Wichtigste jedoch ist die Absprache mit dem Partner, sofern vorhanden. Gleichzeitig ist diese Kommunikation teilweise schwierig. Es ist wichtig, einander zuzuhören – bestehende Ängste wahr- und ernstzunehmen.
  • Schau: wo liegen meine Zeitfenster? Was kann ich möglich machen? Funktioniert auch unterbrochenes Arbeiten für mich?

Stichwort unterbrochenes Arbeiten:

Überlege Dir, für welche Arbeiten Du wirklich vollständige Ruhe und eine gewisse Zeit am Stück brauchst, weil Du Dich sonst komplett wieder einarbeiten mußt. Und überlege Dir außerdem Tätigkeiten, die Du auch machen kannst (z.B. Blogposts auf Social Media teilen oder für die einzelnen Kanäle vorbereiten – was auch immer es eben für Dich ist), wenn Du eben nicht soviel Zeit oder Ruhe hast, wenn zB Deine Kinder neben Dir spielen, Du gerade nicht gebraucht wirst oder Du am Spielplatz eventuell nur daneben sitzt. Gewöhne Dir an, immer einen kleinen Notizblock bei Dir zu haben oder sprich spontane Ideen und Gedanken als Audio in Dein Smartphone. Denn oft kommen einzelne Kerngedanken oder ausformulierte Sätze für z.B. einen Blogartikel genau dann, wenn Du eben nicht gerade sowieso am Computer sitzt.

Insgesamt: wenn nicht vorhanden, schaffe Dir ein unterstützendes Umfeld ! Das können zum einen die Menschen sein, die Dich wie in den bisher genannten Punkten unterstützen. Das können außerdem „like-minded people“ sein, Gleichgesinnte, die einfach nachvollziehen können, was Du da tust und warum.  Und wovon Du sprichst. Was Dich beschäftigt. Die Dich mental und fachlich unterstützen können.

Deine aktive Zeitgestaltung:

  • —Möglichst flexibel bleiben, an Bedingungen anpaßbar
  • —Grobe Wochenplanung – wichtig/zeitkritisch/nice to have
  • —Täglich wichtigstes ToDo
  • —Plus 2 weitere
  • —„Nice to have“
  • —Aufteilung in: dazu will/muss ich allein sein, brauche meine Ruhe (z.B. strategische Dinge, Erstellung Kurs, ggf. Coaching)
  • —Wo sind Uhrzeiten zu berücksichtigen (Betreuung, synchrone und asynchrone Tätigkeiten <-> Ausprägung des Geschäftsmodells – wird im Live nochmal näher erläutert) ?
  • —Was kann ich z.B. “nebenher“ erledigen, wenn sich unerwartete Timeslots ergeben
  • —Was passt da gerade bei uns ? (z.B. Spielplatz – danebensitzen oder involviert?)
  • Was bin ich für ein Typ ? Eher immer wieder kleine Bestandteile oder viel am Stück?

Generell gilt, als wäre der Satz für Eltern gemacht: „Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können und unterschätzen, was wir in drei Jahren erreichen können“. Geh jetzt los !

Ganz wichtig: wir vertiefen diese Themen im Live-Video in der Facebook-Gruppe, die Themen des heutigen Tages findest Du hier.