Komm, beeile dich! Ich muss zur Arbeit

Welches Bild von Arbeit wollen wir unseren Kindern vorleben?

Kommen dir diese Sätze bekannt vor?

Wie oft hören deine Kinder diese oder ähnliche Aussagen?

Komm, beeile dich! Ich muss zur Arbeit.

Ich kann heute nicht. Ich muss zur Arbeit.

Ich war den ganzen Tag arbeiten, ich bin todmüde. Kannst du nicht mal leiser sein?

Psst – ich telefoniere mit der Arbeit.

Ich muss arbeiten gehen, um Geld zu verdienen. Sonst haben wir nichts zu essen…

Ja, das stimmt alles auch. Irgendwie.

Aber welches Bild von Arbeit, welches einseitige Bild von Arbeit vermitteln und leben wir unseren Kindern damit vor?
Ich kann heute nicht. Ich muss zur Arbeit.

Arbeit darf Mama/Papa immer wieder (gegen ihren Willen) einkassieren.

 

Ich muss arbeiten gehen, um Geld zu verdienen. Sonst haben wir nichts zu essen…

Arbeit nimmt uns sonst das Essen weg.

 

Komm, beeile dich! Ich muss zur Arbeit.

Arbeit schimpft (wenn man zu spät kommt) so sehr, dass selbst Mama/Papa davor Angst hat.

 

Ich war den ganzen Tag arbeiten, ich bin todmüde. Kannst du nicht mal leiser sein?

Arbeit schreit den ganzen Tag in Mamas/Papas Ohr, so dass ich abends nur noch leise ins Ohr schreien darf.

 

Unterm Strich: Arbeit ist nicht wirklich erstrebenswert und eine Pflichtveranstaltung, aus der man müde und gebeutelt zurückkommt.

 

Und parallel dazu laufen die Träume unserer Kinder: Was möchte ich mal werden, wenn ich groß bin?

Bei uns sind die aktuellen Antworten auf diese berühmte Frage gerade Hubschrauberin & Geheimpolizistin (lange Story…) und Dinosaurierpfleger & Zugfahrer. Diese Träume scheinen völlig losgelöst von dem zu sein, was ‚Arbeit‘ ist. Kinder wollen etwas werden (=sein), wenn sie groß sind, nicht als etwas arbeiten. Ein Beruf ist etwas Erstrebenwertes. Etwas, das Träume wahr werden lässt. Etwas, das ein Leben mit Sinn und Abenteuer füllt. Etwas, das die eigene Beteiligung an der Gesellschaft beinhaltet.

Bei uns kam der Wendepunkt, als ich meine damals 3-jährige Tochter mit ins Uni-Büro meiner Frau nahm. Mit großen Augen und vorsichtigen Schritten stapfte sie ins Zimmer und verkündete erleichtert: „Hier ist es ja gar nicht schlimm!“

 

Welches Bild von Arbeit wollen wir unseren Kindern vermitteln? Was ist Arbeit und was kann Arbeit sein? Ist sie Pflicht? Ist sie Erfüllung? Ist sie Teil dessen, was uns glücklich macht im Leben?

Was kannst du tun, um deinen Kindern ein offeneres Bild von Arbeit zu vermitteln? Ich habe hier 6 Vorschläge für dich zusammengestellt.

  1. I have a dream…

Definiere Arbeit für dich. Und zwar so, wie du Arbeit gern hättest.

Was ist deine Vision von dem, was Arbeit sein könnte?
Du redest hier immerhin mit der Generation von morgen… Was soll Arbeit für die Generation von morgen bedeuten? Wohin soll es sich entwickeln?

Wie kannst du deine Werte und Visionen in dein Bild von Arbeit einfließen lassen?

Wenn du das für dich klar formuliert hast, wird es auch einfacher sein, deinen Kindern dieses Bild in Wort und Taten zu vermitteln.

Ich liebe meine Arbeit. Mit meiner Arbeit träume ich Dinge in die Welt, die sie noch spannender und schöne machen.  Arbeiten ist wie aktives Träumen für mich.

Arbeiten ist wie ein großes Abenteuer. Es muss gar nicht immer Spaß machen. Es ist einfach immer spannend.  Manchmal habe ich auch keine Lust. Aber wenn ich es versprochen habe, dann mache ich es auch.

  1. Worte, Worte…

Achte auf deine Sprache. Versuche Arbeit als das darzustellen, was sie dir wirklich bedeutet.

Ich habe meinen Kollegen versprochen, dass ich um 8 Uhr da bin. Kannst du dich bitte beeilen? Sie warten auf mich und ich möchte gern mein Versprechen halten.

Die Arbeit war heute wieder schön, aber anstrengend. Ich fühle mich wie du, wenn du den ganzen Tag auf dem Trampolin am Strand rumhüpfst. Ich ruhe mich jetzt mal kurz aus…

Ich telefoniere jetzt mit einer Kundin. Dann bist du dran und ich telefoniere mit dir. Suche schon mal dein (Spiel) Telefon raus.

  1. Arbeit war schon dran…

Arbeit ist auch schön und wichtig. Aber nicht immer. Arbeit muss weder schlechter noch besser oder wertvoller als andere Bereiche deines Lebens sein.
Teile auch (gern laut denkend) bewusst, wie du dich für die Arbeit entscheidest und dann auch wieder für andere Bereiche in deinem Leben. Wenn Arbeit schon dran war, dann ist es jetzt Zeit für etwas Anderes: im Pool plantschen, nix tun, Essen kochen.

So jetzt habe ich den ganzen Vormittag gearbeitet – ach, hat das Spaß gemacht. Und jetzt koch ich uns eine Suppe.  Vielleicht habe ich heute Abend nochmals Lust zu arbeiten. Oder vielleicht auch nicht. Dann lege ich mich einfach in die Hängematte und denk nach. Nachdenken geht für mich am besten in Hängematten…

News worth sharing…

Lass deine Kinder an Freude und Erfolg teilnehmen. Was macht dir Freude an deiner Arbeit?

Heute hat mir eine Kundin gesagt, wie sehr sie sich über meine Arbeit freut. Da war mir ganz warm im Bauch vor Freude. Ich habe mir ja solche Mühe gegeben.

Oh, ich freue mich heute wieder so auf meine Arbeit. Mal sehen, was heute Spannendes passiert.

Heute habe ich etwas ganz Neues gelernt. Erst hatte ich Angst, dass ich das nicht kann. Aber dann habe ich geübt und weiter ausprobiert und dann hat es richtig Spaß gemacht. Morgen übe ich weiter!

  1. So viele Wege glücklich zu sein…

Zeige deinen Kindern bewusst andere Vorbilder, Berufe und Lebenswege jenseits der Offensichtlichkeit. Öffne ihnen die Welt der vielen Möglichkeiten, ein zauberschönes Leben zu führen.
Ich bin gespannt, was dir gefällt und was du aus deinem Leben machst, um glücklich zu sein.

  1. Money, Money, Money…

Werde dir auch bewusst, wie du Geld und Arbeit in Verbindung bringen möchtest.

Ist Arbeit immer nur Lohnarbeit? Ist Lohn immer gerecht? Darf man nur essen, wenn man auch gearbeitet/geschuftet hat? Auch hier vermittelst du deine Werte und Visionen durch Worte und Taten.

 

Und ja, es kann gut sein, dass sich durch dein Bewusstmachen einiges ändert: nicht nur deine Sprache gegenüber den Kindern, sondern auch deine Art zu arbeiten. Gut so! Was wir erzählen, hat nur dann eine Wirkung, wenn wir es auch so vorleben…

Was genau möchtest du vorleben? Wie möchtest du, dass deine Kinder einmal arbeiten? Wie soll es ihnen dabei gehen? Was kannst du ihnen schon heute mit auf den Weg geben, damit es ihnen später leichtfällt, auf eine Art und Weise zu arbeiten, die ihnen guttut? Welche Glaubenssätze bezüglich Arbeit, Leistung und Geld haben bei dir das Haltbarkeitsdatum eigentlich längst überschritten? Verabschiede dich von ihnen, statt sie unbewusst deinen Kindern weiterzugeben. Welche Glaubenssätze würden dir guttun? Wie kannst du diese auch deinen Kindern mit auf den Weg geben?

 

Nichts davon ändert sich von heute auf morgen. Aber wenn wir das Morgen verändern möchten, so beginnt dieser Prozess heute – mit dem was wir unseren Kindern täglich vorleben. In allen Bereichen unseres Lebens.

Arbeit ist einer dieser Bereiche, der viel Zeit und Energie einnimmt. Gerade deswegen können wir hier viel bewegen und Arbeit zu etwas werden lassen, das lebensfreundlich, fair und lebensverliebt zum Leben gehört.

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– Gastartikel von Jesta Phoenix, SlowBusinessCoach und Interviewpartnerin beim Familien-Online-Business-Kongress

Jesta Phoenix

Jesta über sich:

Meine Tochter beschreibt meine Arbeit so: ‚Mama Jesta geht mit ihren Kiejenten in den Wald, da spielen sie dann mit meinen (Schleich-) Tieren unter einer Wurzel und reden über Probleme. Dann gehen sie durch einen Tunnel und geben meiner Mama Geld…‘

Ich bin als Slow Business Coach unterwegs und arbeite mit Menschen, die nicht nur lieben wollen was sie tun, sondern auch wie sie es tun.

Und ja – neben meinem Online-Programm und Telefon-Coaching biete ich auch Walk & Talk Coachings im Wald an. Dabei legen wir eine Teepause im Wurzelhäuschen (mit Baumwurzel unter der Decke) ein und kommen dann durch den Spreetunnel zurück aus dem Wald. Geld habe ich da noch nie bekommen, nur die Musiker, die da immer wieder mal die schöne Akustik nutzen.

Und manchmal verschwinde ich auch mit einer Gruppe von Klienten für einen ganzen Tag im Wald zum kreativen Strategietag – bis jetzt sind wir immer wieder aufgetaucht und haben alle (Schleich-)Tiere wieder mitgebracht.

Und dann arbeite ich aber auch mit KlientInnen, die weiter weg wohnen – per Telefon oder über mein OnlineProgramm ‚Dein Intuitives Zeitmanagement‘.


Jesta im Familien-Online-Business-Kongress:

Worte wie diese sind es, die mich vor Jahren auf Jesta aufmerksam werden ließen und sie zu einem jener Menschen machten, die ich online nicht missen möchte. Seit wir unsere ähnlichen Einstellungen in vielen Bereichen rund um das „Neue Arbeiten“ bemerkt hatten, kreisen wir online umeinander herum. Dieses Jahr nun endlich brachte uns ein Kurs-Erfolgsteam bei Marit Alke noch näher zusammen und es war nur logisch, dass Jesta auch im Familien-Online-Business-Kongress dabei sein muß.

Wir sprechen u.a. über 50:50-Modelle in der Elternarbeit und wie Online-Kurse hier ergänzen können, das Warum und Wie der Arbeit, aber auch über Offenen Preis und Bedingungsloses Grundeinkommen.

Du möchtest das Interview mit Jesta sehen? Melde Dich gleich an beim Familien-Online-Business-Kongress und sei dabei:

Zur Seite des Familien-Online-Business-Kongresses >

 

 

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